STIHL – Forst, Familie und Faszination für Technik

1926 gründete Andreas Stihl ein Ingenieurbüro in Stuttgart und konstruierte seine erste transportierbare Zweimann-Elektrosäge. Aus der kleinen Maschinenbau-Werkstatt entwickelte sich innerhalb von neun Jahrzehnten ein Weltmarktführer für Motorsägen und -geräte mit über 16.000 Beschäftigten. In dieser Zeitspanne ist das Unternehmen nicht nur kontinuierlich gewachsen. Es hat sich auch immer wieder neu erfunden. Die nächste große Transformation steht ins Haus: STIHL ist dabei, sich in ein digitales Mechatronik-Unternehmen zu verwandeln. Die Betonung liegt auf Unternehmen. Denn obwohl STIHL seit 1995 alle seine Firmen unter dem Dach einer Holding vereint, versteht sich der schwäbische Handgeräte-Tüftler als mittelständisch geprägtes Familienunternehmen – nicht als Konzern.

STIHL befindet sich zu 100 Prozent in Familienhand, mit dem Sohn des Gründers, Hans Peter Stihl, als persönlich haftender Gesellschafter. Alle vier Familienzweige halten gleich viele Anteile am Unternehmen. Stammsitz der heute weltweit tätigen Firmengruppe ist nach wie vor Waiblingen – genau der Ort, in den Andreas Stihl die Produktion vollständig verlagerte, als die Fabrik in Stuttgart Bad Cannstatt zerstört worden war. Von hier aus eroberte die Motorsäge – und nach ihr noch viele weitere STIHL Produkte – die Weltmärkte.

Kernkompetenz: sich selbst treu bleiben

Leistung lohnt sich bei STIHL – damals wie heute. Viele Angebote, die das Unternehmen seinen Beschäftigten macht, gehen bereits auf den Gründer Andreas Stihl zurück und prägen die Haltung des Unternehmens bis in die Gegenwart – in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht.

Betriebliche Alters­versorgung

Unabhängig von staatlichen Vorgaben und politischen Entwicklungen gründet Andreas Stihl 1939 eine eigene Stiftung, um seine Mitarbeiter abzusichern. Das Kapital der Unterstützungskasse beträgt 20.000 Reichsmark. Aus den Erträgen werden Altersrenten (ab Vollendung des 60. Lebensjahres), Witwengeld, Waisenrenten und Sterbegeld gezahlt. Damit liegen die Versorgungsleistungen deutlich über denen des Staates.

Mit dem „Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung“ von 1974 ändern sich die Rahmenbedingungen: Von nun an müssen Pensionsrückstellungen gebildet werden. Der erste veröffentlichte STIHL Geschäftsbericht über das Jahr 1976 weist „Verbindlichkeiten gegenüber Unterstützungseinrichtungen“ in Höhe von 15 Millionen DM aus und Pensionsrückstellungen von knapp sechs Millionen DM. Nach und nach wird das Vermögen der Stiftung auf die Pensionsrückstellungen übertragen.

Seit 2000 greift das Modell des „Versorgungskontenplans“. Auf dem persönlichen Versorgungkonto eines jeden Mitarbeiters stellt STIHL Kapital für den Ruhestand zurück – abhängig von Jahreseinkommen, Alter und Unternehmenserfolg. Diese Form der leistungsorientierten Altersversorgung wird ausschließlich vom Unternehmen finanziert.

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Gewinn- und Kapital­beteiligung

Kaum waren die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen (1. Vermögensbeteiligungsgesetz, 1984), führt STIHL als eines der ersten Familienunternehmen eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung ein. Seit 1985 können sich STIHL Beschäftigte über Genussrechte am Produktivvermögen des Unternehmens beteiligen.

Wer das Angebot annimmt, muss nur ein Drittel der Beteiligungssumme aufbringen. Zwei Drittel steuert das Unternehmen bei. Im ersten Jahr machen 673 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dem neuen, damals noch außergewöhnlichen Angebot Gebrauch. Das sind 20 Prozent der Zeichnungsberechtigten. Heute verfügen rund drei Viertel aller Beschäftigten über Genussrechte. Jedes Jahr können Anteile bis zu einem Nennwert in Höhe von 1.350 Euro gezeichnet werden. STIHL beteiligt sich daran mit einem Zuschuss von 900 Euro.

Eine Gewinnbeteiligung in Form einer vom Unternehmenserfolg abhängigen, jährlichen Sonderzahlung existiert bei STIHL seit 1972. Anfangs werden 20 Prozent eines Monatseinkommens gezahlt, 1975 sinkt sie auf 5 Prozent, um sich anschließend wieder zweistellig und schließlich bei rund 50 Prozent einzupendeln.

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STIHL im Zeitstrahl
1926
1928
1934
1938
1939
1940
1972
1973
1985
1990
1992
1995
2002
STIHL im Zeitstrahl
Andreas Stihl gründet in Bad Cannstatt das „A. Stihl Ingenieurbüro“
STIHL wird zum ersten Mal als Marke geführt
STIHL bildet nun Lehrlinge aus, zunächst nur gewerbliche, dann auch kaufmännische
Teile der STIHL Produktion werden an den heutigen Hauptsitz Waiblingen verlagert
Mit der STIHL Stiftung wird die erste Unterstützungs­kasse gegründet
STIHL errichtet in Bad Cannstatt die erste Lehrwerkstatt
STIHL bietet den Mitarbeitern die vom Unternehmenserfolg abhängige Gewinn­beteiligung an
Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1973 übernehmen Eva Mayr-Stihl und Hans Peter Stihl die Führung des operativen Geschäfts
STIHL bietet als eines der ersten Familienunternehmen die Möglichkeit der Mitarbeiterkapitalbeteiligung an
Bei STIHL nehmen mehr als 1.000 Beschäftigte an Weiterbildungs­maßnahmen teil
Dr. Nikolas Stihl, der Sohn von Hans Peter Stihl, tritt in die Unternehmensgruppe ein
Alle STIHL Unternehmen werden in der STIHL Holding GmbH zusammengefasst
Ein familienfremder Vorstand lenkt nun die operativen Geschicke – 2003 übernimmt Dr. Bertram Kandziora dessen Leitung
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Aus- und Weiterbildung

„In unseren Lehrabteilungen herrscht ein guter, freier Ton. Wir gehen offen miteinander um, sprechen geradeheraus, von Mann zu Mann. Bei uns wird nicht nur kommandiert, bei uns wird auch diskutiert. Sachlich, ohne Schwätzerei“. Mit diesen Worten wirbt Lehrlingsmeister Alfred Braun 1964 für die Ausbildung bei STIHL. Angehende Werkzeugmacher, Mechaniker, Dreher und Maschinenschlosser stehen zu der Zeit hoch im Kurs.

Seit 1934 werden bei STIHL Lehrlinge ausgebildet, zunächst nur gewerbliche, schließlich auch kaufmännische. 1940 richtet Andreas Stihl eine eigene Lehrlingsabteilung mit Lehrwerkstatt ein. Sein Grundsatz: „Die Zukunftssicherung eines Unternehmens bedingt vor allem auch Investitionen in das Wissen und Können seiner Mitarbeiter“. Viele „STIHLer“ bleiben jahrzehntelang im Unternehmen. Einige von ihnen steigen bis in die Führungsetage auf. Die Bildungsangebote richten sich aber nicht nur an Berufseinsteiger, sondern an alle Mitarbeiter. Allein im Jahr 1990 nehmen rund 1.000 Beschäftigte an internen Weiterbildungsmaßnahmen teil.

STIHL schließt sich außerdem schon sehr früh dem neuen Bildungsangebot aus Baden-Württemberg an: dem Dualen Studium. Am 1. Oktober 1974 begannen die Berufsakademien in Stuttgart und Mannheim mit einem Modellversuch. Eine der ersten Ausbildungsstätten, die sich daran beteiligten, war die Firma ANDREAS STIHL.

Noch heute bildet STIHL über Bedarf aus – jedes Jahr in vierzehn verschiedenen Fachrichtungen. Allein in Deutschland. Und im Ausbildungscenter in Waiblingen stehen neben CNC-Bearbeitung und Steuerungstechniken auch Robotik und Automatisierung auf dem Lehrplan. Die Formulierung „von Mann zu Mann“ könnte Lehrlingsmeister Braun so auch nicht mehr verwenden: Der Anteil junger Frauen unter den technischen Azubis und Studierenden beträgt bei STIHL über 20 Prozent.

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Soziales Miteinander

Feste feiern wie sie fallen – das kommt sogar beim schwäbischen Muster-Motorsägen-Hersteller STIHL vor. Und das nicht erst seit gestern.

Im April 1935 gründen rund 20 Männer der Maschinenfabrik Andreas Stihl einen Werkschor. Die Mitglieder der „Singgemeinschaft“ kommen regelmäßig nach Feierabend zusammen, um zu proben. 1957 formiert sich das Ensemble neu. Auf dieses Gründungsjahr bezieht sich der heutige STIHL Chor, der immer noch ein reiner Männerchor ist. Eine Rarität, ebenso wie das eine oder andere Stück im umfangreichen Repertoire, das vom berühmten Jägerchor aus der Oper „Der Freischütz“ und klassischen Volksliedern bis hin zu modernen Schlagern und Popmusik reicht.

Besondere Momente sind seit jeher die STIHL Jubiläumsfeiern. 25-, 40- sogar 50-jährige Betriebszugehörigkeiten sind keine Seltenheit im Waiblinger Familienunternehmen. Sie werden gebührend gefeiert – zusammen mit Kollegen, Angehörigen, dem Vorstand und der Familie Stihl. Als Anerkennung zahlt das Unternehmen zudem eine Jubiläumsprämie und gewährt für den feierlichen Anlass zusätzlich einen Tag Urlaub.

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