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Finden, was man gar nicht sucht.

Timo Honold über seine Chance, bei STIHL Inc. in Virginia Beach zu arbeiten.

Das eigene Leben einpacken, es kistenweise in einem Container verstauen und dann der Heimat den Rücken kehren. Timo Honold hat das erlebt. Insgesamt war der 39-Jährige fünf Jahre bei STIHL Incorporated in Virginia Beach tätig. Er selbst hatte diese Option damals gar nicht auf dem Schirm: „Aber in dem Moment, in dem ich diese Chance bekam, hat es einfach gepasst.“

Offen für Veränderung

Im Waiblinger Stammhaus kümmerte sich Honold in der Serienanlaufplanung seit 2005 um zwei große Projekte. Als diese ausliefen, entstand der Wunsch nach neuen Herausforderungen. „Ich wollte mich weiterentwickeln, andere Sachen kennenlernen“, erinnert er sich. In diese Überlegungen platzte 2011 das Angebot, für mindestens drei Jahre in die USA zu gehen. Unerwartet, aber im Rückblick genau zum richtigen Zeitpunkt. Auch seine Frau Melani war sofort Feuer und Flamme für die Idee und dem Sprung über den Großen Teich stand nichts mehr im Weg. Plötzlich gab es jede Menge zu tun. „Die Kollegen von STIHL an beiden Standorten waren sehr hilfsbereit. Sie haben alle wichtigen Dinge in die Wege geleitet, selbst bei Behördengängen haben sie uns begleitet“, berichtet Honold. Nur das Visum ließ auf sich warten, weswegen Familie Honold für ein paar Tage wieder bei den Eltern wohnte.

Die Einarbeitung bei STIHL Incorporated lief problemlos, mithilfe der Kollegen, waren die richtigen Ansprechpartner schnell gefunden. Innerhalb von zwei Jahren wurde Honold Gruppenleiter in der Projektkoordination. Im Gedächtnis geblieben ist ihm vor allem die Arbeitseinstellung der US-Kollegen: „Es geht deutlich mehr um die Wettbewerbsfähigkeit, die Arbeitsbelastung ist höher. Insgesamt liegt der Fokus sehr stark auf der eigenen Produktion, dem eigenen Standort.“ Das hat seine Sicht auf viele Dinge im Alltag verändert und gleichzeitig das Verständnis für die Kollegen gefördert. „Man wächst persönlich sehr an solchen Erfahrungen“, reflektiert Timo Honold. Und auch die Familie wuchs: Zwei der inzwischen drei Kinder kamen in Amerika zur Welt. Nach fünf Jahren stand dann die Frage im Raum: Zurückgehen oder bleiben? Die Antwort fiel Familie Honold schwer. „Meine Frau wäre gerne noch geblieben, sie hat heute Heimweh nach den USA. Wir waren dort wirklich zu Hause.“ Im Für und Wider gewann die deutsche Heimat. Die entscheidenden Faktoren: die soziale Absicherung und die schulische Ausbildung der Kinder.

Zurück auf Los

Die Rückkehr war ein weiterer Neuanfang für Honold. „Ich musste gucken, wo ich bleibe.“ Letztendlich nutzte er eine Chance, die sich ihm wieder zur rechten Zeit in Waiblingen bot. Heute ist Timo Honold Gruppenleiter in der Dauererprobung Motorsägen: „Vom Referenten zum Gruppenleiter, von der Produktion in die Entwicklung – das hätte ich mir so niemals ausgemalt. Aber es passt einfach.“ Eine Garantie für einen solchen Karriereweg gibt es nicht, weiß Honold. Einen Auslandsaufenthalt kann er aber dennoch jedem empfehlen.

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