Beim ersten Schritt dabei: ein Papa bei STIHL

Von den ersten Schritten einer Einjährigen, Homeworking und digitalen Familienkalendern: Raphael Rojas, IT Enterprise Architect bei STIHL, erzählt im Interview aus dem (Arbeits-)Alltag eines Papas.

Herr Rojas, Sie sind von STIHL zu Microsoft gewechselt und dort als Berater um die Welt gereist. Nach zwei Jahren sind Sie zurück bei STIHL. Warum?

Ich wollte nicht so viele Entwicklungsschritte meiner Tochter verpassen und sie nicht nur am Wochenende sehen. Meine Frau könnte sonst auch nicht arbeiten. Wenn ich vier Wochen im Monat unterwegs bin, kann sich der Partner keinen Job mehr suchen. Das ist dann auch unfair. Meine Frau müsste nicht arbeiten, aber sie möchte. Und dem wollte ich nicht im Weg stehen.

Welche Entwicklungsschritte Ihrer Tochter haben Sie bisher miterlebt? Den ersten Schritt?

Ja, da war ich dabei! Das war ein Samstag, da wäre ich so oder so dabei gewesen. Ich hatte jedoch das Glück, die ganze Phase aktiv mitzubekommen, in der sie mit ihren Laufversuchen angefangen hat. Oder die jetzt, in der sie ihre ersten Worte plappert. Es versteht nur noch keiner, was sie erzählen will. Gefühlt gibt es jeden Tag etwas Neues. Das bekomme ich natürlich nur mit, wenn ich auch Zeit zu Hause verbringen kann.

Ein fröhlicher Raphael Rojas vor einem Bildschirm im Büro.

Ihre Frau arbeitet im Krankenhaus im Schichtsystem, wie stimmen Sie sich bei den Kinderzeiten ab?

Meine Frau arbeitet in Teilzeit, 40 Prozent. Dadurch sind es nicht viele Tage und ich weiß langfristig, wann feste Termine anstehen. Zum Beispiel war ich unlängst dienstlich in den USA – das kann meine Frau in ihrem Schichtplan berücksichtigen und um meinen Termin „herum arbeiten“. In der anderen Zeit muss ich dafür flexibler sein. Wenn meine Frau Nachtdienst hat, bin ich abends da und bringe die Kleine früh in die Kita, meine Frau holt sie wieder ab. Ohne gemeinsamen digitalen Terminkalender kommen wir allerdings nicht mehr aus. Wir haben viel Abstimmungsaufwand. Wirklich flexibel muss ich nur sein, wenn meine Frau Frühdienst hat. Dann bringe ich die Kleine morgens in die Kita, gehe vier Stunden arbeiten, hole sie später ab und verbringe den Mittag mit ihr. Wenn nichts Dringendes mehr ist, baue ich Überstunden ab und bleibe bei meiner Familie. Ansonsten mache ich zu Hause weiter. Ich arbeite viel mit meinen IT-Kollegen in den USA zusammen. Für die ist es egal, ob ich von daheim mit ihnen rede oder vom Büro. Denen fällt höchstens mal auf, dass es im Hintergrund viel leiser ist, wenn ich im heimischen Büro bin ...

Ist das dann Homeoffice?

Bei uns gibt es die Unterscheidung zwischen Homeoffice und Homeworking. Homeoffice ist etwas Regelmäßiges und bedarf spezieller Rahmenbedingungen. In meinem Fall sprechen wir vom Homeworking. Also von einzelnen Tagen, an denen ich nach Rücksprache mit den Kollegen und meinem Vorgesetzten von daheim arbeite.

Wer ist denn bei Ihnen derjenige, der kurzfristig reagiert, wenn das Kind mal krank ist?

Unsere Tochter war noch nicht krank. Halt, doch, einen Tag. Da hatte ich aber sowieso frei. Meine Frau ist dann arbeiten gegangen. Prinzipiell ist das schon so: Ich wäre wahrscheinlich der Spontanere. Der Masterplan ist aber: Wir sorgen am besten für ein gesundes Kind.

Raphael Rojas hinter Bildschirmen im Büro bei STIHL.

Wie flexibel sind Sie sonst?

Ich versuche immer, einen Tag pro Woche früh nach Hause zu gehen, damit ich von meiner Tochter auch tagsüber etwas habe. Klar kommt mal spontan etwas dazwischen, weshalb ich länger im Büro bleiben muss. Aber ich versuche, den Vorsatz regelmäßig umzusetzen. Und das geht auch dank der flexiblen Arbeitszeiten.

Arbeiten Sie in Gleitzeit?

Ja. Das bedeutet, dass wir frühestens um 6 Uhr beginnen und maximal bis 19 Uhr arbeiten dürfen. Innerhalb dieses Korridors können wir unsere Arbeitszeit ziemlich frei aufteilen. Ich bin eher ein Frühaufsteher und mag es, vor den Kollegen im Büro zu sein. Man kann in dieser Zeit schon sehr viel schaffen. Und ich versuche dann, nicht allzu lange zu bleiben. Aber es gibt auch Tage, an denen man zehn Stunden arbeitet. Und andere Tage mit nur sechs Stunden. Im Durchschnitt muss es passen. Und das tut es.

Wie organisieren Sie als Teamleiter Meetings, wenn jeder die Gleitzeit nutzt oder von daheim arbeitet?

In der Regel ist jeder Kollege jeden Tag da und wir können Besprechungen gut organisieren und planen. In meinem Team nehmen einige das Angebot Homeworking wahr. Das ist, wie schon erwähnt, flexibel und recht spontan planbar – und nicht ganz neu. Als ich damals meinen Master bei STIHL gemacht habe, hatte ich mit meinem Chef die Abmachung, dass ich freitags, wenn Vorlesung war, von zu Hause arbeite. Die spontanen Absprachen sorgen auch für ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten. Man muss seine Termine natürlich eigenverantwortlich planen. Dann ist Homeworking die perfekte Ergänzung zu den Gleitzeiten.

Familienvater Raphael Rojas mit seinem Team im Büro.

STIHL ist neben den flexiblen Arbeitszeiten auch für seine umfassenden Sozialleistungen bekannt. Welche nutzen Sie?

Die betriebliche Altersvorsorge. Aber das ist auch einfach, dafür muss ich ja eigentlich nichts machen. Das Unternehmen spart diese für mich an – automatisch. Aktiv nutze ich die Mitarbeiterkapitalbeteiligung. Die Verzinsung meiner Anteile liegt ja deutlich über dem, was derzeit sonst auf dem Kapitalmarkt angeboten wird.

Sehen Sie vor diesem Hintergrund dem Alter entspannt entgegen?

Entspannt ist relativ. Die Anforderungen in der IT ändern sich derzeit so rasant, dass ich nicht sicher sein kann, ob ich mit dem Skillset, mit dem ich heute unterwegs bin, auch in zehn Jahren noch erfolgreich am Arbeitsmarkt sein werde. Da muss man meiner Meinung nach am Ball bleiben. Aber durch die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten, die STIHL anbietet und die schon angesprochenen Sozialleistungen bin ich derzeit eigentlich ganz entspannt, ja.

Gibt es für so eine langfristige Weiterentwicklung Unterstützung bei STIHL?

Der Qualifizierungsbedarf eines jeden Mitarbeiters wird beim jährlichen Mitarbeitergespräch mit dem Vorgesetzten festgelegt. Man hat da aber viel Eigenverantwortung: Wer ohne Ideen ins Gespräch geht, wird auch wenig profitieren. Wer sich aber Gedanken macht und einen Vorgesetzten hat, der offen für Vorschläge und damit verbundene Veränderungen ist, hat am Ende meist eine ganze Liste an Maßnahmen und Möglichkeiten in der Hand. Es gibt bei STIHL ein großzügiges Schulungsangebot. Und das gilt für interne wie externe Maßnahmen.

Mitarbeiter Raphael Rojas entspannt auf einer Dachterrasse.

Wenn Sie an später denken, wenn vielleicht noch ein zweites Kind da ist oder Ihre Frau voll arbeiten will – wo sehen Sie die größten Hürden bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Und was ließe sich verbessern?

Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wäre das der Ausbau des Homeworkings mit noch mehr Flexibilität. Das geht natürlich weniger bei den produktionsnahen Bereichen oder den Servicebereichen, die für andere zu bestimmten Zeiten da sein müssen. Aber es gibt genügend Bereiche, in denen man die Verantwortung und Freiheit der Mitarbeiter noch weiter stärken kann und sie selbst entscheiden zu lassen, wann und wo sie am besten arbeiten können. Jetzt haben wir den Korridor von 6 bis 19 Uhr. Was spricht denn gegen 20 Uhr? Oder für die ganz frühen Frühaufsteher gegen 5 Uhr?

Und was wäre, wenn Sie die Kinderzeiten weitestgehend allein abdecken müssten?

Dann bräuchte es noch mehr Akzeptanz, dass man nicht immer physisch präsent sein muss, sondern auch mal nur per Video oder telefonisch zugeschaltet ist. Stand heute ist das nur vereinzelt machbar. Und es bräuchte noch mehr Flexibilität, damit ich beispielsweise abends auch nach 19 Uhr arbeiten kann. Zu meinem Leben würde das dann besser passen, um mich trotz einer wachsenden Familie beruflich entfalten zu können.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Rojas.

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