WARUM STIHL.

„Ich war für meine Jungs die Frau Rühle vom Büro.“

Im Herzen Waiblingens empfängt Roswitha Rühle mit Kaffee und dreierlei Kuchen. Ihr Mann Gerhard gabelt kurz mit und zieht sich dann zurück. Also heraus mit den Fragen.

Frau Rühle, wie lebt sich‘s als Rentnerin?

Rühle: Ganz gut. Ich bin ja vor gut vier Jahren bei STIHL ausgeschieden, kurz vor meinem 63sten Geburtstag – den Kuchen haben meine Jungs aber noch eingefordert. „Meine Jungs“, das waren die Planer in unserem Büro und die Monteure unten in der Halle in Werk 2. Für sie war ich immer „Die Frau Rühle vom Büro“.

Im Prinzip war ich das Mädchen für alles, habe den Urlaub eingetragen und so. Nach meinem Abschied bin ich ab und zu hin und habe Eis oder Kuchen vorbeigebracht. Ich habe sie vermisst, ja. Aber irgendwann müssen Sie den Absprung schaffen. Außerdem musste ich mich dann viel um meine Mutter kümmern. Und um das Haus hier. Mein Mann und ich hatten gut zu tun in der letzten Zeit.

Roswitha Rühle schaut vom Balkon aus in ihren Garten.

Der Block hier ist noch neu.

Das ist ein Mehrgenerationenhaus mit 21 Wohnungen. Wir haben auch vorher in Waiblingen gewohnt, fünf Kilometer bin ich immer nach Neustadt zur Arbeit gefahren. Aber als Kevin, unser Sohn, dieses Mehrgenerationen-Projekt angeleiert hat, da waren wir dabei. Ende 2015 sind wir hier eingezogen. Dort über dem Sideboard fehlt uns immer noch ein Bild, aber das finden wir noch. Unter uns wohnt auch ein STIHLer, aus der Kunststofffertigung, glaube ich. Und noch eins tiefer wohnt Kevin. Auch meine Schwiegertochter Melanie ist STIHLerin – in der dritten Generation! Unser Enkel wechselt einfach die Etage, wenn er Oma und Opa sehen will.

Roswitha Rühle sitzt auf ihrem Esstisch in der Küche.

Sie sind also nicht mehr im Werk?

Doch. Einmal im Jahr gibt es die „Rentnerfeier“. Da treffen sich alle Rentner, die Angestellten und Arbeiter, die schon 25 Jahre oder mehr im Betrieb sind. Und dann werden manche Werk-2-Rentner zur „Inventur“ eingeladen; es gibt immer Hähnchen dort, das habe ich früher auch mit organisiert.

Und gemeinsam mit einem ehemaligen STIHLer schreibe ich in der Werkszeitung über die Aktvitäten der „STIHL Senioren“, über Tagesausflüge und Kurzurlaube: 2017 Südtirol, dieses Jahr geht‘s nach Hamburg.

Vorhin haben Gärtner hier auf dem städtischen Friedhof das Geäst gelichtet. Haben Sie die Säge gehört?

Kann gut sein, dass das eine STIHL war. Wenn wir spazieren gehen, höre ich auch manchmal eine – meine Schwiegertochter kann das aber besser unterscheiden.