WARUM STIHL.

„Produktionsketten sind hochkomplexe Systeme.“

„Ich mache eine Ausbildung zum Produktionstechnologen. Der Beruf ist noch ziemlich neu, den Abschluss gibt es erst seit 2008. Geschaffen wurde er, weil die Produktionsabläufe immer vielschichtiger werden. Als Produktionstechnologen schauen wir uns die gesamte Produktionskette an und sorgen dafür, dass die unterschiedlichen Prozesse gut ineinander greifen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre, selbst Abiturienten dürfen nicht auf zwei Jahre verkürzen. Das ginge auch gar nicht, weil wir in viele Bereiche reinschnuppern müssen. Wir müssen uns gut auskennen: Wenn man nur einen einzigen Arbeitsschritt verändert, beeinflusst das alle anderen – Produktionsketten sind hochkomplexe Systeme! Doch gerade die Vielseitigkeit gefällt mir.

Der Ausbildungsleiter erklärt etwas über Produktionstechnologie.

Ich bin hier im Haus einer der ersten, der diesen Beruf erlernt – insgesamt sind wir fünf Lehrlinge. Die Ausbildung ist aber nicht nur für uns neu, sondern auch für unsere Ausbilder. Wir alle betreten Neuland, was für eine sehr offene Gesprächskultur sorgt. Wenn ich zum Beispiel sage, dass ich in einer bestimmten Abteilung gerne länger geblieben wäre, weil ich dort viel Sinnvolles lernen konnte, dann wird das ernst genommen und geschätzt.

Kennengelernt habe ich den Job auf einer Berufsmesse hier in Waiblingen. Da gab es einen STIHL Stand, an dem mich mein jetziger Ausbildungsleiter angesprochen hat. Er hat mich direkt in die Ausbildungswerkstatt eingeladen. Ich durfte mir alles anschauen. Was ich da gesehen habe, fiel auf fruchtbaren Boden: Ich fand schon am Gymnasium den Unterricht immer dann besonders spannend, wenn es um technische Abläufe ging. Also hat der Funke bei mir sofort gezündet.

Philipp Kappich arbeitet im STIHL Werk auf einer Kiste.

Einer meiner Lieblingsorte im Betrieb ist unsere Lehrwerkstatt im Werk 6. Da durfte ich gleich richtig ran und sehr selbstständig arbeiten. Im „Grundkurs Metall“ haben wir ein halbes Jahr lang die wichtigsten handwerklichen Techniken, wie Fräsen und Drehen, kennengelernt. Das war enorm hilfreich, denn ohne das alles einmal selbst gemacht zu haben, kann man nicht verstehen, was in der Produktion geleistet wird und worauf es ankommt.

Nach der Ausbildungswerkstatt war ich im Juniorcenter. Das ist eine kleine Abteilung, quasi eine Firma in der Firma, die von Auszubildenden geleitet wird. Natürlich gibt es dort einen Meister, den wir immer ansprechen können, aber wir dürfen auch viel ausprobieren. Ich war auch schon in der Qualitätssicherung und der Instandhaltung, danach ging es in die Montageplanung, zurzeit bin ich in der Kunststofffertigung.
Im Moment bereite ich mich auf meine Zwischenprüfung vor. Ich soll etwas finden, das dafür sorgt, dass beim Abfräsen eines Angusses – so nennt man beim Spritzgussverfahren die Stelle, in die der heiße Kunststoff eingefüllt wird – keine Späne aufs Band kommen. Die muss sonst ein Mitarbeiter mit der Hand aufsammeln. Ich habe dafür noch keine Lösung – aber immerhin schon eine erste Idee.

Auszubildender Philipp Kappich in der STIHL Produktion.

In den Schaukästen am Eingang der Kunststofffertigung zeigen wir Besuchern, was wir machen. Früher sah man da nur graue Rohre, die zeigen sollten, wie viele unterschiedliche Kunststoffsorten es gibt. Ich habe sie durch durchsichtige Rohre ersetzt, aus Plexiglas, die sich in der Mitte wie eine Sanduhr verjüngen. Denn es gibt ja all diese Plastiksorten auch als Granulat. Nun erlebt man also nicht nur die Vielfalt, sondern sieht auch, wie unterschiedlich sich die Stoffe verhalten, wenn sie zum Beispiel rieseln. Darauf bin ich ziemlich stolz. Es ist doch wichtig, dass sich die Leute das vorstellen können.“