WARUM STIHL.

„Rasenmäher mögen kein feuchtes, verklumpendes Gras.“

Es war ein kühler Abend in Tel Aviv im Januar 2013. Die Temperaturen draußen waren auf 5 Grad Celsius gefallen und es hatte gerade wieder zu regnen begonnen, als ich im Garten die Sprinkler anspringen hörte. Wie absurd, dachte ich, in einem trockenen Land wie Israel bewässern wir unsere Gärten, während es gerade regnet! Mein nächster Gedanke war: Wie wäre es denn, wenn man die Bewässerung per Smartphone regeln könnte? Oder wenn sie sich selbst nach Wetter, Bodenfeuchtigkeit und Wasserbedarf ausrichten würde? Von dieser Überlegung waren es nur noch geschätzte 0.1 Millisekunden bis zur Geburt von GreenIQ.

Odi Dahan sitzt auf einer Bank in der Stadt.

Eine kurze Google-Recherche ergab, dass es bis dahin kein Smart-Gardening-Gerät gab, das die Bewässerung in Privatgärten, Gewerbebetrieben oder den Parks von Krankenhäusern oder Schulen intelligent steuert. Dabei wendet ein durchschnittlicher Haushalt rund 30 Prozent seines Wassers für den Gebrauch außerhalb des Hauses auf und davon etwa die Hälfte für die Gartenbewässerung. Nach Analysen der US-Umweltbehörde EPA ist bis zu 50 Prozent davon pure Wasser- und Geldverschwendung – etwa, weil die Sprinkleranlagen stumpf nach ihrem einprogrammierten Turnus bewässern, auch wenn das Wetter – wie bei mir an jenem schicksalsträchtigen Abend – kalt, nass und der Boden noch feucht genug ist.

Odi Dahan mit seinem Team auf dem Sofa bei GreenIQ.

Genau diese Faktoren nimmt das von uns entwickelte GreenIQ-System über diverse Bodenfeuchtigkeits- und Wettersensoren auf – und gibt genau so viel Wasser ab, wie Land und Pflanzen tatsächlich brauchen. Das kann einem Haushalt bis zu 300 Dollar pro Jahr an Wasserkosten ersparen. Insgesamt haben wir unseren Kunden durch unsere Geräte bis heute rund 600 Millionen Liter Wasser gerettet.

Dass eine solche Idee ausgerechnet in Israel entstand, ist natürlich kein Zufall. Wir sind nicht nur ein sehr trockenes Land, sondern auch eine IT-Supermacht. Bei nicht mal neun Millionen Einwohnern arbeiten hierzulande rund 8000 Hightech-Unternehmen. Davon sind etwa 6000 Start-ups wie meine Firma GreenIQ. Für sie hatte ich nach 17 Jahren meinen Entwicklerjob bei einer damaligen Motorola-Tochter verlassen.

Odi Dahan steht an einem Gebäude mit Glasfassade.

Heute sind wir ein schnell wachsendes Unternehmen mit 15 Kollegen. Wir liefern unsere Systeme in 20 Länder von Australien, Südafrika, die USA bis nach Europa. Dort, genauer gesagt: in einem Stuttgarter Gartencenter, entdeckte ein STIHL Vorstandsmitglied zufällig unsere Geräte. Seit Januar 2017 ist STIHL jetzt mit 34,4 Prozent an GreenIQ beteiligt. Unsere ersten gemeinsamen Bewässerungssteuerungen kommen demnächst auf den Markt, sie bilden eine perfekte Ergänzung zu den Mährobotern der STIHL Tochter Viking. Denn Rasenmäher mögen kein feuchtes, verklumpendes Gras. Wer aber weiß genau, wie feucht Boden und Gras aktuell sind? Das intelligente Bewässerungssystem. Und wer kann die Wasserzufuhr so steuern, dass Bewässerung und Mäher sich nicht in die Quere kommen? Eben. Deshalb passen STIHL und wir einfach 100-prozentig zusammen.

Odi Dahan, Gründer und CEO von GreenIQ, war zehn Jahre Chefarchitekt bei der damaligen Motorola-Tochter Freescale Semiconductor und hält sieben Patente zu diversen Aspekten von IT-Systemarchitektur.