WARUM STIHL.

„Mir gefällt, dass ich Dinge hier wirklich umsetzen kann.“

„Ich wollte die Dinge selbst in die Hand nehmen.“ Letztlich läuft alles auf diesen einen Satz hinaus. Neun Worte, die erklären, warum Christian Vogt, ein athletischer 40-Jähriger mit dunkler Brille, grauem Sakko und dem Talent zu druckreifen Sätzen, an diesem Tag in einem Konferenzraum in Waiblingen sitzt. Waiblingen liegt ziemlich genau 9300 Kilometer von Vogts letztem Wohn- und Arbeitsort im Silicon Valley entfernt. Welten also.

Drüben, in der warmen Sonne des Sun Belts, hatte der promovierte Informatiker und Software-Ingenieur mit MBA von der Wharton School of Business zunächst für den Mobilfunkkonzern Ericsson gearbeitet, später im Auftrag von McKinsey Unternehmen in Strategie-Fragen und bei der Digitalisierung beraten und schließlich als selbstständiger Consultant Start-ups begleitet. Zehn Jahre im Auge des globalen Digitalisierungssturms, der seit geraumer Zeit wie ein besonders leistungsstarker Laubbläser Industrien und Geschäftsmodelle durcheinanderwirbelt.

Christian Vogt erklärt seinem Team etwas.

Warum er im Herbst 2017 als Chief Digital Officer ins Schwäbische wechselte – zu einer Marke, mit der der gebürtige Rheinländer bis dahin wenig mehr als das Bild einer Motorsäge verband, erklärt er so: „Ich wollte nach den vielen Jahren als Consultant die Dinge einfach mal selbst in die Hand nehmen.“ Als die Schwaben ihn fragten, ob er nicht Lust hätte, gemeinsam mit zwölf Digitalisierungs-Spezialisten an der Entwicklung und Optimierung digitaler Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle bei dem Maschinenhersteller zu arbeiten, sagte er sofort zu.

In Waiblingen versucht er mit seinem Team nun, die bestehenden Produkte mit Angeboten wie präventiver Wartung, Tooltracking und Diebstahlschutz klüger zu machen. Neue Kunden sollen künftig auch mit Services wie digitaler Geräteplanung und Routing, also die effizienteste und punktgenaue Steuerung, von Gartenbau-Crews gewonnen werden.

Christian Vogt im Entwicklungszentrum in Werk 2.

Genauso wie die Kunden müssen aber auch die Partner im Unternehmen für die Digitalisierung gewonnen werden. Einen Großteil seiner Zeit verbringt Christian Vogt deshalb damit, bei Kollegen um Unterstützung für die anstehenden Veränderungen zu werben: Für Führungskräfte hat er etwa ein Digital Board geschaffen – ein Jour Fix, bei dem Digitalprojekte abgestimmt werden. Zu den monatlichen „Digital Fridays“, bei dem sein Team aktuelle Projekte vorstellt, ist jeder STIHL Mitarbeiter eingeladen.

Natürlich vermisse er manchmal das Valley als Epizentrum des digitalen Wandels, sagt Vogt. Aber am echten Tun, am handfesten Umsetzen all dessen, was die Digitalisierung an Möglichkeiten eröffnet, sei er heute näher dran als je zuvor.